03 April 2026, 02:32

Länderchefs fordern radikale Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel – doch der Bund blockt

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit sichtbaren Wasserzeichen am Boden.

Länderchefs fordern radikale Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel – doch der Bund blockt

Forderungen nach Steuersenkungen auf Grundgüter werden in Deutschland immer lauter

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zwei Ministerpräsidenten haben die Bundesregierung aufgefordert, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel zu senken, da die Preise weiterhin hoch bleiben. Die Debatte kommt nach Jahren vorübergehender Steueranpassungen, die die Inflationsbelastung mildern sollten.

Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, forderte umgehende Maßnahmen zur Entlastung der Haushalte. Seine Kollegin Anke Rehlinger aus dem Saarland schlug vor, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel komplett abzuschaffen und gleichzeitig Subventionen für Luxusgüter zu streichen.

Der Druck für eine Reform der Mehrwertsteuer hat an Fahrt aufgenommen, nachdem jahrelang nur punktuelle Änderungen vorgenommen wurden. 2022 hatte Deutschland die Mehrwertsteuer auf Energieprodukte wie Gas, Heizung und Kraftstoffe vorübergehend auf sieben Prozent gesenkt, um die steigenden Preise abzufedern. Zwischen 2024 und 2026 lag der Fokus auf Anpassungen der Einkommensteuer, darunter höhere Grundfreibeträge und inflationsgebundene Tarife – die Spitzensteuer von 45 Prozent blieb jedoch unverändert.

Nun drängen die Länderchefs auf umfassendere Reformen. Schulze forderte ein abgestimmtes Bundesprogramm ohne Verzögerung. Rehlinger ging noch einen Schritt weiter und schlug eine vollständige Mehrwertsteuerbefreiung für Lebensmittel vor, während sie gleichzeitig Steuervergünstigungen für Luxusgüter wie Trüffel und Kaviar streichen will.

Auch andere Minister unterstützten die Forderung nach strukturellen Veränderungen. Danyal Bayaz aus Baden-Württemberg plädierte für ein wachstumsorientiertes Reformpaket, um die Sozialsysteme zu stabilisieren. Marcus Optendrenk aus Nordrhein-Westfalen betonte die Bedeutung einer einheitlichen Wirtschaftsstrategie. CDU-Chef Friedrich Merz hatte zuvor bereits eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ins Spiel gebracht, doch die Bundesregierung lehnt direkte Änderungen bisher ab und setzt stattdessen auf strukturelle Anpassungen.

Die Vorschläge zeigen eine Kluft zwischen den Ansätzen von Ländern und Bund bei der Steuerentlastung. Während einige gezielte Senkungen bei Grundgütern fordern, warnen andere vor wirtschaftlichen Risiken. Bisher konzentriert sich die Regierung auf langfristige Reformen statt auf sofortige Mehrwertsteuersenkungen.

Quelle