Lange Schlangen bei Berliner Tafeln: Ehrenamtliche kämpfen gegen wachsende Armut
Gunda JopichLange Schlangen bei Berliner Tafeln: Ehrenamtliche kämpfen gegen wachsende Armut
Lange Schlangen vor Berliner Tafeln sorgen für Besorgnis über die wachsende Not. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe bezeichnete die Lage als ein "Alarmsignal an die Bundesregierung". Gleichzeitig engagieren sich immer mehr Freiwillige, um die steigende Nachfrage nach Lebensmittelhilfe in der Stadt zu bewältigen.
Die Osteraktion der Berliner Tafel läuft bereits – noch bis zum 4. April 2026. Kundinnen und Kunden in 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland werden aufgefordert, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt zu kaufen und es den Ehrenamtlichen an der Kasse zu überlassen. Die Initiative soll die Bestände für die 48 Verteilstellen der Stadt aufstocken, die monatlich rund 94.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften und Suppenküchen versorgen.
Unter den Helferinnen sind Uschi, 76, die seit 14 Jahren an der Ausgabestelle der Magdalenenkirche in Neukölln mitwirkt, und Anne, 33, die Jüngste im Team, die tagsüber in der Feinkostabteilung des KaDeWe arbeitet. Gemeinsam mit Marianne sammeln sie in einem Neuköllner Supermarkt Spenden, um die Arbeit der Tafel zu unterstützen.
Die Berliner Tafel verteilt jeden Monat etwa 660 Tonnen Lebensmittel. Ihr Logistikzentrum und eine Flotte von 25 Kleintransportern sorgen dafür, dass die Waren in der ganzen Stadt verteilt werden. Doch seit der Pandemie und dem Beginn des Krieges in der Ukraine hat sich die Nachfrage fast verdoppelt – das System steht unter Druck.
In Deutschland gibt es mittlerweile zwischen 970 und 974 Tafeln mit über 2.000 Ausgabestellen bundesweit. Was 1993 als einzelne Initiative begann, hat sich zu einer der größten sozialen Bewegungen des Landes entwickelt.
Die Osteraktion kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da immer mehr Berliner auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind. Dank Spenden und ehrenamtlichem Einsatz gelingt es der Berliner Tafel, die steigende Nachfrage zu bedienen. Die Situation zeigt jedoch auch die anhaltende Belastung, unter der Tafeln im ganzen Land stehen.






