Leipzigs Widerstand gegen höhere Personalausweis-Kosten entfacht bundesweiten Streit
Madlen ScholzLeipzig streitet mit Bundesregierung über gestiegene Kosten für Personalausweise - Leipzigs Widerstand gegen höhere Personalausweis-Kosten entfacht bundesweiten Streit
Leipzig weigert sich, die von der Bundesdruckerei verhängten höheren Produktionskosten für Personalausweise zu übernehmen. Die Stadt argumentiert, dass die zusätzlichen Gebühren nicht zu Lasten der kommunalen Haushalte gehen dürften, und löst damit eine bundesweite Debatte über die Finanzierungsverantwortung aus.
Streitpunkt ist eine Differenz von 2,01 Euro pro Dokument, die Leipzig mit jährlichen Mehrkosten von 170.000 Euro für seine Verwaltung beziffert.
Hintergrund ist eine Ungleichheit bei den Gebühren: Die Bundesdruckerei berechnet den Kommunen 29,61 Euro für jeden Ausweis, der an Antragsteller unter 24 Jahren ausgestellt wird. Die Städte dürfen den Bürgern jedoch nur 27,60 Euro in Rechnung stellen – die Differenz müssen sie selbst tragen.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigt sich kompromisslos und erklärt: "Wer bestellt, muss auch zahlen." Er fordert, dass der Bund die Gebühren anpasst, die Kommunen erheben dürfen, anstatt die lokalen Behörden auf den Kosten sitzen zu lassen. Der Deutsche Städtetag unterstützt diese Haltung und betont, dass Städte nicht für Preiserhöhungen aufkommen sollten, die auf bundespolitische Entscheidungen zurückgehen.
Das Bundesinnenministerium verteidigt das aktuelle System und verweist auf eine "gemischte Kostenkalkulation", um die Gebührenstruktur zu rechtfertigen. Gleichzeitig ist der Preis für Personalausweise unter 24-Jährige seit 2017 bei 37,00 Euro eingefroren – ohne Anpassungen in den vergangenen fünf Jahren.
Der Deutsche Städtetag wirft zudem die grundsätzliche Frage auf, ob das Pass- und Ausweiswesen künftig zentraler gesteuert werden sollte. Dies könnte ähnliche Konflikte zwischen Bund und Kommunen über Finanzierungslücken verhindern.
Leipzigs Weigerung, die Kosten zu übernehmen, setzt die Bundesregierung unter Druck, ihre Gebührenregelung zu überprüfen. Bleibt der Streit ungelöst, könnte dies die Haushalte weiterer Kommunen in Deutschland belasten.
Die Entwicklung könnte auch darüber entscheiden, ob das Personalausweissystem in den kommenden Jahren auf ein zentralisiertes Finanzierungsmodell umgestellt wird.