Massenrücktritt im Hof-Kreisverband der Mittelstandsunion erschüttert CSU-Netzwerk
Ida BlochMassenrücktritt im Hof-Kreisverband der Mittelstandsunion erschüttert CSU-Netzwerk
Der gesamte Vorstand der Mittelstandsunion im bayerischen Landkreis Hof ist zurückgetreten. Von dem Rückzug betroffen sind prominente Mitglieder wie Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann sowie Sascha Rödel. Die Entscheidung folgt auf wochenlange sorgfältige Abwägungen und eine wachsende Unzufriedenheit mit der Ausrichtung der Organisation.
Die Vorstandsmitglieder begründeten ihren Schritt mit Frustration über die Rentenpolitik der Mittelstandsvereinigung, die zunehmende Bürokratie und steigende Sozialabgaben. Auch die explodierenden Energiekosten gehörten zu den zentralen Kritikpunkten. Sie argumentierten, dass ihr Einfluss auf Entscheidungen nahezu auf null geschrumpft sei – kleine und mittlere Unternehmen würden bei wichtigen Diskussionen zunehmend an den Rand gedrängt.
Michael Kretzer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Mittelstandsunion in Oberfranken und bis vor zwei Wochen noch Vorsitzender des Hof-Kreisverbandes, hatte die Organisation sowie die CSU bereits früher verlassen. Er hatte der CSU vorgeworfen, den Kontakt zu ihren Mitgliedern, zum Mittelstand und zu den wirtschaftlichen Realitäten verloren zu haben. Die zurücktretenden Vorstandsmitglieder teilten seine Einschätzung, dass eine glaubwürdige Vertretung der Mittelstandsinteressen unter dem Dach der CSU nicht mehr möglich sei.
Ihre Kritik richtete sich dabei nicht nur gegen die lokale Ebene, sondern erstreckte sich auch auf die regionalen und landesweiten Gliederungen der Mittelstandsunion. Der Vorstand sah sich zunehmend mit Entscheidungen konfrontiert, die über den Mittelstand hinweg getroffen würden – statt mit ihm. Raum für eine echte Mitgestaltung bleibe kaum noch.
Durch den kollektiven Rücktritt steht der Kreisverband Hof der Mittelstandsunion nun ohne Führung da. Die ausgetretenen Mitglieder haben sich zudem vollständig von der Organisation losgesagt – ein deutliches Zeichen tiefer Verärgerung. Ihr Ausstieg unterstreicht die anhaltenden Spannungen um die politische Ausrichtung, die Interessenvertretung innerhalb der Mittelstandsunion und deren Verbindung zur CSU.
