Maßschneiderei und Schaustellerkultur werden deutsches Kulturerbe
Deutschland hat zwei neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Kultusministerkonferenz gab die Entscheidung gemeinsam mit dem Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und der Deutschen UNESCO-Kommission bekannt. Die ausgewählten Bräuche und Fertigkeiten spiegeln langjährige Handwerkskunst und gemeinschaftliche Gepflogenheiten im ganzen Land wider.
Als erste neu anerkannte Tradition gilt das handwerkliche Schneiderhandwerk für Herrenbekleidung. Dieses jahrhundertealte Können umfasst präzise Handarbeit und maßgeschneiderte Techniken, die über Generationen weitergegeben werden. Schneider, die sich auf dieses Handwerk spezialisiert haben, fertigen nach individuellen Maßen Anzüge, Jacken und Hosen – oft mit Methoden, die seit Jahrzehnten unverändert bleiben.
Auch die Schaustellerkultur auf Volksfesten wurde in die Liste aufgenommen. Diese lebendige Tradition vereint reisende Unterhaltungskünstler, Fahrgeschäfte und Spielbuden, die seit Jahrhunderten fester Bestandteil deutscher Feste sind. Die Praxis verbindet Performance, Handwerkskunst und Spektakel und schafft so Gemeinschaftserlebnisse.
Die Entscheidungen spiegeln Weimers spezifischen Ansatz zur Bewahrung von Kultur wider. Noch in diesem Jahr strich er die Förderung für ein Berliner Übersetzungsprojekt, das palästinensische Autor:innen unterstützt. Seine Haltung lenkt den Blick darauf, wie kultureller Wert in offiziellen Anerkennungverfahren bewertet wird.
Die beiden Neuzugänge ergänzen nun das wachsende Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland. Maßschneiderei und Schaustellerei repräsentieren unterschiedliche, doch tief verwurzelte Facetten der nationalen Identität. Ihre Aufnahme sichert die weitere Pflege der dahinterstehenden Fertigkeiten und Traditionen.






