16 March 2026, 10:42

Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – Fachkräftemangel als Hauptgrund

Ein detaillierter Stadtplan von Karlsruhe, Deutschland aus dem Jahr 1900, mit Text und umfassender Stadtlayout.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – Fachkräftemangel als Hauptgrund

Die Zahl der Pendler, die nach Sachsen-Anhalt ein- und ausreisen, ist leicht rückläufig. Stand Juni 2025 überquerten weniger Arbeitnehmer als im Vorjahr die Landesgrenzen für ihren Beruf. Experten führen diesen Trend auf eine verlangsamte Jobentwicklung in der Region zurück.

Rund 148.000 Einwohner Sachsen-Anhalts arbeiteten Mitte 2025 in anderen Bundesländern – ein Rückgang um etwa 600 im Vergleich zum Vorjahr. Beliebteste Ziele waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen.

Die meisten dieser auswärts Beschäftigten übtem qualifizierte Tätigkeiten aus: 83.300 als Fachkräfte, 43.900 als Spezialisten und 21.700 in Assistenzberufen. Wichtige Branchen waren das verarbeitende Gewerbe, der Einzelhandel und die Kfz-Instandhaltung, die Logistik sowie das Baugewerbe.

Gleichzeitig ging auch die Zahl der Einpendler nach Sachsen-Anhalt leicht zurück. Etwa 75.700 Menschen aus anderen Bundesländern waren dort beschäftigt, vor allem aus Sachsen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Rund 5.400 reisten aus dem Ausland an, um im Land zu arbeiten.

Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, nannte die schwächere Beschäftigungsentwicklung als Hauptgrund für den Rückgang. Wirtschaftliche Belastungen wie der bundesweite Fachkräftemangel – besonders im Handwerk, in der Industrie und im Transportsektor – spielten ebenfalls eine Rolle. Strukturelle Unterschiede in den Regionalwirtschaften prägten zudem die Pendlerströme: In städtischen Gebieten wie Halle und Magdeburg waren die Arbeitszeiten kürzer und Teilzeitbeschäftigung weiter verbreitet als in ländlichen Kreisen.

Mittlerweile pendelt etwa jeder fünfte erwerbstätige Einwohner Sachsen-Anhalts über die Landesgrenzen hinweg. Der leichte Rückgang bei der grenzüberschreitenden Arbeit spiegelt die übergeordneten wirtschaftlichen Herausforderungen wider. Fachkräfte wandern weiterhin in Regionen mit höheren Löhnen ab, während regionale Disparitäten die Beschäftigungstrends prägen.

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