11 April 2026, 02:30

Protestwelle: Warum Rentner-Apotheker gegen neue Gebühren kämpfen

Plakat, das zeigt, dass Amerikaner zwei bis dreimal mehr für die gleichen Medikamente gezahlt haben als andere Länder, mit Flaschen und einer Spritze.

Protestwelle: Warum Rentner-Apotheker gegen neue Gebühren kämpfen

Neue Gebühr für Apotheker im Ruhestand löst bundesweite Proteste aus

Die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) erhebt seit einer kürzlichen Gesetzesänderung eine vierteljährliche Gebühr von 40 Euro – und sorgt damit für Empörung unter deutschen Rentnern in dem Berufsstand. Im Mittelpunkt der hartnäckigen Eintreibungsbemühungen, intern als Operation Abendsonne bezeichnet, steht die 72-jährige Apothekerin Dr. Roswitha Hinkebein.

Die undankbare Aufgabe, die Gebühr einzutreiben, fiel Leon-Luca Wagner-Neumann zu, einem jungen Mitarbeiter der Generation Z im Team von Abteilungsleiter Friedrich Geerth. Um 8 Uhr morgens begann Wagner-Neumann die Suche: Er kontrollierte Hinkebeins Wohnung, den örtlichen Park, die Apotheke und sogar den Metzgerstand. Doch die findige Rentnerin hatte andere Pläne.

Normalerweise umfasst Dr. Hinkebeins Tagesablauf Morgengymnastik, einen Besuch in der Apotheke, den Wochenmarkt, Kochkurse und gesellige Treffen. An diesem Tag jedoch entzog sie sich geschickt der Suche, indem sie in einen Reisebus nach der Lüneburger Heide stieg – Ziel: ein gemütlicher Kaffee-und-Kuchen-Ausflug. Wagner-Neumanns Versuche, sie telefonisch zu erreichen, scheiterten kläglich: Viele ältere Apotheker nutzen noch klobige Knopfhandys und heben bei unbekannten Nummern schlicht nicht ab.

Die übergeordnete Aktion mit dem Namen KoReLa ist Teil einer größeren Kostensenkungsoffensive im Gesundheitswesen. Die Gesundheitsfinanzkommission bereitet Vorschläge vor, um zehn Milliarden Euro einzusparen. Parallel hat eine Arbeitsgruppe eine Service-Offensive gestartet, um die Belastung für Senioren abzufedern: Es gibt vergünstigte VHS-Kurse, Aqua-Fitness-Angebote oder ein Seniorenticket für den ÖPNV. Doch die Proteste der Apotheker reißen nicht ab – sie werfen der Politik vor, gezielt Rentner zu benachteiligen.

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Die vergebliche Jagd auf Dr. Hinkebein zeigt, wie schwer sich die neue Gebühr in der Praxis durchsetzen lässt. Während die Behörden unbeirrt an ihren Sparmaßnahmen festhalten, leisten die betroffenen Apotheker im Ruhestand weiter Widerstand. Mit wachsenden Protesten und anhaltenden Eintreibungsversuchen deutet nichts darauf hin, dass der Streit bald beigelegt wird.

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