22 March 2026, 12:36

Rassistische Parolen bei Teenager-Party in Brandenburg entsetzen Politik und Gesellschaft

Gruppe von Menschen mit einer Flagge mit der Aufschrift "öffnet die Grenzen, rettet Leben, bekämpft Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Woidke schockiert von xenophobem Vorfall in Disco - Rassistische Parolen bei Teenager-Party in Brandenburg entsetzen Politik und Gesellschaft

Eine Teenager-Party in einem Brandenburger Nachtclub hat Empörung ausgelöst, nachdem ein Video aufgetaucht ist, das rassistische Parolen zeigt. Der Vorfall ereignete sich im Blue Velvet in Falkenberg, wo junge Gäste rechtsextreme Sprüche zu einem bekannten Lied skandierten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nannte das Verhalten abstoßend und warnte vor einem wachsenden gesellschaftlichen Problem in der Region.

Das Video, das von der Initiative Unteilbar.Elbe-Elster auf Instagram geteilt wurde, wird nun von der Polizei untersucht. Behörden und lokale Politiker verurteilten sowohl die Parolen als auch die Entscheidung des Clubs, minderjährigen Gästen ab elf Jahren den Zutritt zur Veranstaltung zu gewähren.

Der Vorfall ereignete sich während einer Party mit etwa 100 bis 150 Kindern und Jugendlichen. Eine Gruppe ersetzte die Textzeilen von L'amour toujours durch Rufe wie Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!. Das Video verbreitete sich schnell im Netz und löste scharfe Kritik von offiziellen Stellen und Antirassismus-Gruppen aus.

Juliana Meyer, Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg, machte den Clubbetreiber dafür verantwortlich, ein Lied gespielt zu haben, das häufig von Rechtsextremen missbraucht wird. Sie argumentierte, die Musikauswahl habe zur feindseligen Stimmung beigetragen. Auch Christian Jaschinski (CDU), Landrat des Landkreises Elbe-Elster, verurteilte die Parolen als inakzeptabel – unabhängig vom Kontext.

Der Clubbetreiber erklärte später, ein solches Verhalten werde nicht geduldet, räumte jedoch ein, dass es schwierig sei, die Verantwortlichen zu identifizieren. Unterdessen wies Anne Brügmann von der Opferperspektive auf die Risiken hin, denen sich Menschen aussetzen, die sich gegen die rechtsextreme Jugendkultur in Brandenburg stellen. Sie betonte, dass öffentliches Engagement oft zu Drohungen oder Einschüchterungen führe.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Vorfall reiht sich in eine größere Entwicklung im Land ein. Zwischen März 2024 und März 2026 wurden in Brandenburg über 1.200 Fälle rassistischer oder rechtsextremer Parolen dokumentiert. Besonders betroffen waren Potsdam, Cottbus und die Uckermark, mit einem Anstieg nach der Landtagswahl 2024 und während der Demonstrationen 2025. Die Grünen warnten, dass rechtsextreme Rhetorik unter Jugendlichen zunehmend normalisiert werde – ein Problem, das ihrer Meinung nach seit Jahren unterschätzt werde.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Vorfalls in Falkenberg, während lokale Verantwortliche strengere Maßnahmen gegen Extremismus fordern. Der Fall hat die Debatte über Jugendradikalisierung in Brandenburg und die Rolle öffentlicher Räume bei der Prävention solchen Verhaltens neu entfacht. Angesichts der steigenden Fallzahlen steht die Politik unter Druck, sowohl kurzfristige Konsequenzen als auch langfristige Präventionsstrategien umzusetzen.

Quelle