Rheinmetall mit Rekordauftragsbestand – doch die Gewinne bleiben hinter Erwartungen zurück
Madlen ScholzRheinmetall mit Rekordauftragsbestand – doch die Gewinne bleiben hinter Erwartungen zurück
Rheinmetall verzeichnet starken Anstieg der Auftragsbestände – aber Gewinne enttäuschen im ersten Quartal
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall meldet ein kräftiges Wachstum seines Auftragsbestands, der um 31 Prozent auf 73 Milliarden Euro gestiegen ist. Erstmals flossen dabei auch Marineaufträge in die Bilanz ein – ein Zeichen für die Erweiterung des militärischen Portfolios des Unternehmens. Dennoch blieben die Ergebnisse im ersten Quartal hinter den Markterwartungen zurück.
Der Umsatz von Rheinmetall erreichte in den ersten drei Monaten des Jahres 1,94 Milliarden Euro, was einem Plus von 8 Prozent gegenüber 2023 entspricht. Trotz dieses Wachstums verfehlte das Unternehmen die Prognosen der Analysten um 330 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg zwar um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro, lag aber ebenfalls 38 Millionen Euro unter den Erwartungen.
Das Unternehmen treibt gleichzeitig die Entwicklung neuer Raketensysteme voran. In einer Partnerschaft mit dem niederländischen Unternehmen Destinus entsteht die Marsflugkörper-Variante Ruta Block 2, die Ziele in einer Entfernung von über 700 Kilometern treffen kann. Die Produktion soll Ende 2026 oder Anfang 2027 anlaufen, mit Fokus auf die Abwehr kritischer Infrastruktur.
Rheinmetall lotet zudem Kooperationen mit US-Rüstungskonzernen aus. Während die Gespräche mit Raytheon Fortschritte machen, verlaufen die Verhandlungen mit Lockheed Martin zäh. Parallel könnten Diskussionen mit mehreren Ländern des Nahen Ostens 2025 zum Verkauf von bis zu zehn Luftabwehrsystemen führen.
Um die Marine-Sparte zu stärken, hat Rheinmetall ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben. Zudem prüft das Unternehmen den Kauf von Teilen der rumänischen Werft Mangalia. Diese Schritte passen zu den Erwartungen an großvolumige Aufträge im Bereich Marinesysteme und militärische Fahrzeuge, die die Ergebnisse im zweiten Quartal verbessern sollten.
Trotz der durchwachsenen Bilanz im ersten Quartal hält Rheinmetall an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro und einer operativen Marge von etwa 19 Prozent.
Der wachsende Auftragsbestand und strategische Partnerschaften unterstreichen Rheinmetalls Expansion in neue Rüstungsbereiche. Mit dem Fokus auf Marinesysteme, Raketenproduktion und internationale Aufträge zielt das Unternehmen auf langfristiges Wachstum ab. Doch die Schwächen im ersten Quartal zeigen, dass die Erfüllung der Markterwartungen weiterhin eine Herausforderung bleibt.






