Brandenburgs kirchliche Krankenhäuser kämpfen um ihr Überleben vor der Reform
Gunda JopichBrandenburgs kirchliche Krankenhäuser kämpfen um ihr Überleben vor der Reform
Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft in Brandenburg stehen vor schweren finanziellen Belastungen – ausgelöst durch die bevorstehende Krankenhausreform in Deutschland. Führungskräfte wichtiger medizinischer Einrichtungen fordern nun Bundeshilfe, um die steigenden Kosten und die Inflation zu bewältigen. Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem bereits rund 80 Prozent der Krankenhäuser in der Region defizitär arbeiten.
Der Verband der kirchlichen Krankenhäuser, zu dem große Einrichtungen wie das Alexianer St.-Joseph-Krankenhaus Potsdam, das Immanuel-Klinikum Bernau (Brandenburger Herzzentrum) und das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow gehören, versorgt jährlich etwa 185.000 Patientinnen und Patienten. Mit 5.500 Beschäftigten und einem Umsatz von 530 Millionen Euro im Jahr 2024 ist das Netzwerk ein unverzichtbarer Bestandteil des brandenburgischen Gesundheitswesens. Dennoch betonen Verantwortliche, dass kleinere Häuser im Rahmen der Reform gezielte Schutzmaßnahmen benötigen, um überleben zu können.
Die ehemalige Gesundheitsministerin Britta Müller hatte sich zuvor für den Ausbau von Polikliniken eingesetzt, um die Zusammenarbeit zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu verbessern. Die neue SPD/CDU-Koalition hat nun zugesagt, Standorte entweder als Vollkrankenhäuser oder ambulante Zentren zu erhalten. Dennoch könnten viele Einrichtungen gezwungen sein, sich als spezialisierte Behandlungszentren neu auszurichten, um wirtschaftlich tragfähig zu bleiben.
Der finanzielle Druck auf die brandenburgischen Krankenhäuser lässt nicht nach. Ohne zusätzliche Bundesmittel drohen einigen kirchlichen Häusern die Schließung oder tiefgreifende Umstrukturierungen. Über den Erfolg der Reform könnte entscheiden, ob es Sonderregelungen für kleinere, wirtschaftlich schwache Einrichtungen gibt.






