Energieeffizienzklassen 2026: Warum viele Gebäude plötzlich als "G"-Schlechter abgestempelt werden
Madlen ScholzEnergieeffizienzklassen 2026: Warum viele Gebäude plötzlich als "G"-Schlechter abgestempelt werden
Deutschlands Energieeffizienzklassen für Gebäude stehen 2026 vor einem radikalen Wandel. Die bekannte Skala von A+ bis H wird abgeschafft und durch ein strengeres, EU-weit einheitliches System von A bis G ersetzt. Nach den neuen Vorgaben erhalten nur noch Gebäude mit Null-Emissionen die beste Bewertung, die Klasse A – eine deutlich höhere Hürde als das heutige A+-Niveau.
Die Änderungen sind Teil der überarbeiteten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD), die in allen Mitgliedstaaten schärfere Effizienzstandards vorschreibt. Ab 2028 müssen alle Neubauten öffentlicher Träger emissionsfrei sein, ab 2030 gilt diese Regel für sämtliche Neubauten in der EU. Deutschland passt seine Gesetze an, indem das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) abgelöst wird.
Ab Mai 2026 werden Energieausweise bei Mietvertragsverlängerungen oder größeren Sanierungen verpflichtend. Die schlechteste Kategorie, die Note G, trifft die 15 % der ineffizientesten Gebäude bundesweit – davon werden schätzungsweise 75 bis 80 % in Ostdeutschland liegen, insbesondere in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wo noch immer viele Altbauten aus DDR-Zeiten den Bestand prägen.
Für G-klassifizierte Immobilien droht ein sogenannter "Brauner Abschlag", der Kredite teurer und schwerer zugänglich macht. Gleichzeitig könnten Spitzenobjekte mit der Bestnote A aufgrund ihrer herausragenden Energieeffizienz einen Preisaufschlag erzielen. Ältere Energieausweise nach GEG-Standard verlieren zudem an Gültigkeit, sobald das neue System greift. Wer gegen die Vorschriften verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro rechnen.
Die Umstellung auf das A-bis-G-System zwingt Eigentümer, ihre Gebäude energetisch zu sanieren – oder finanzielle Nachteile in Kauf zu nehmen. Besonders betroffen sind die ostdeutschen Bundesländer, wo viele ältere Immobilien voraussichtlich in die schlechteste Kategorie rutschen werden. Ziel der Reform ist es, Emissionen zu senken und den Immobilienmarkt durch strengere Energiestandards neu auszurichten.






