24 March 2026, 08:35

Evonik erhöht Methionin-Preise um 10 Prozent – Aktie steigt trotz schwacher Kapitalrendite

Ein Balkendiagramm, das die europäischen Kunststoffmarkttrends im Jahr 2017 veranschaulicht und von erklärendem Text begleitet wird.

Evonik erhöht Methionin-Preise um 10 Prozent – Aktie steigt trotz schwacher Kapitalrendite

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Evonik hat die globalen Preise für sein Methionin-Produkt um 10 Prozent angehoben und damit eine Phase sinkender Kosten beendet. Der Schritt folgt auf eine starke Nachfrage und Lieferkettenstörungen, die mit den Spannungen im Nahen Osten zusammenhängen. Unterdessen ist der Aktienkurs des Konzerns gestiegen, da Anleger auf strategische Anpassungen und anstehende Finanzupdates reagieren.

Die Preiserhöhung betrifft MetAMINO®, Evoniks markenrechtlich geschütztes Methionin, das in der Tierfütterung eingesetzt wird. In den vergangenen zwei Jahren ist die weltweite Nachfrage nach der Aminosäure jährlich um 4 bis 6 Prozent gewachsen – angetrieben durch steigende Viehbestände und höhere Proteinanforderungen. China bleibt mit einem Anteil von rund 40 Prozent am globalen Verbrauch der größte Abnehmer, gefolgt von den USA (15 Prozent), Brasilien (12 Prozent) und der EU (10 Prozent). Die jüngsten geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten haben das Angebot verknappt und die Preise nach oben getrieben.

Für das Jahr 2026 prognostiziert Evonik ein EBITDA von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Das Unternehmen bestätigte zudem eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie für 2025 und kündigte eine neue Ausschüttungspolitik an: Ab 2026 sollen 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses an die Aktionäre fließen. Allerdings lag die Kapitalrendite (ROCE) für 2025 bei nur 6,1 Prozent – deutlich unter dem mittelfristigen Ziel von 11 Prozent, das sich die Unternehmensführung gesetzt hat.

Im Bereich Nachhaltigkeit brachte Evonik eine PFAS-freie Anti-Graffiti-Beschichtung auf den Markt und reagiert damit auf strengere Umweltvorschriften in Europa und Nordamerika. Die Methionin-Sparte des Konzerns profitiert zudem von einer geringeren Abhängigkeit von volatilen Gaspreisen im Vergleich zu Mitbewerbern, was die Margen stabilisiert. Erst kürzlich meldete die Investmentbank Goldman Sachs eine Stimmrechtsmitteilung an – ein Zeichen für das anhaltende Interesse institutioneller Anleger.

Die Ergebnisse für das erste Quartal 2026, die am 8. Mai veröffentlicht werden, zeigen, wie sich die Preiserhöhung auf die Erträge ausgewirkt hat und ob Fortschritte bei der Schließung der ROCE-Lücke erzielt wurden.

Evoniks Anpassung der Methionin-Preise spiegelt sowohl die Marktbedingungen als auch die strategische Ausrichtung wider. Angesichts steigender Nachfrage und anhaltender Lieferengpässe strebt das Unternehmen eine Stärkung der Profitabilität an, ohne das Vertrauen der Investoren zu gefährden. Der anstehende Quartalsbericht wird weitere Einblicke in die finanzielle Performance und die langfristigen Ziele liefern.

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