Mario Basler greift Nagelsmann und DFB scharf an – und streicht seine Unterstützung
Gunda JopichMario Basler greift Nagelsmann und DFB scharf an – und streicht seine Unterstützung
Der ehemalige Nationalspieler Mario Basler hat den Bundestrainer Julian Nagelsmann und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) scharf angegriffen. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Spielerauswahl, die Werte der Mannschaft und die Aussichten Deutschlands bei der nächsten Weltmeisterschaft. Aus Protest hat Basler zudem seine finanzielle Unterstützung für den DFB eingestellt.
Besonders hinterfragte Basler Nagelsmanns Glaubwürdigkeit bei der Kaderzusammenstellung für die Testspiele im März 2026 gegen die Schweiz und Ghana. Der Trainer berief sieben Spieler des FC Bayern, darunter die Nachwuchstalente Lennart Karl und Jonas Urbig, sowie sieben in England aktive Stars wie Florian Wirtz und Kai Havertz. Jamal Musiala ließ er jedoch wegen Verletzungsbedenken weg, ebenso wie Karim Adeyemi und Niclas Füllkrug. Diese Vorgehensweise stellt einen Bruch zu Nagelsmanns Zeit bei RB Leipzig dar, als er sich stärker auf datenbasierte Talentsichtung statt auf Vereinszugehörigkeiten stützte.
Basler kritisierte insbesondere Antonio Rüdiger und Leroy Sané, deren aktuelle Leistungen und disziplinäre Vorfälle sie in seinen Augen nicht für eine Nominierung qualifizierten. Zudem warf er dem DFB Heuchelei vor, da Rüdiger trotz früherer Kontroversen wieder berufen wurde – ein Widerspruch zu den offiziell vertretenen Werten. Aus Frustration kündigte Basler seine Mitgliedschaft im UEFA-Pro-Lizenz-Programm und strich damit seine finanziellen Zuwendungen an den Verband.
Mit Blick auf die WM gab Basler zu, bereits zufrieden zu sein, wenn Deutschland das Viertelfinale erreicht. Die aktuelle Mannschaft bezeichnete er als schwach und zeigte sich überrascht, dass das Team überhaupt Chancen auf Erfolg habe. Noch weiter ging er mit der Prognose, Nagelsmann könnte nach dem Turnier zurücktreten, falls die Ergebnisse enttäuschen.
Baslers Äußerungen spiegeln tiefe Gräben in der Diskussion über die Zukunft des deutschen Fußballs wider. Sein Schritt, die finanzielle Förderung zu stoppen, unterstreicht die Entschlossenheit seiner Kritik. Angesichts der bevorstehenden WM wird die Debatte über Kaderauswahl und Führung voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen.






