Polizei Reutlingen stärkt Demokratie durch NS-Aufarbeitung in der Ausbildung
Ida BlochPolizei Reutlingen stärkt Demokratie durch NS-Aufarbeitung in der Ausbildung
Neue Partnerschaft zur Stärkung von Demokratie und Toleranz in der Polizei
Am 18. März 2026 unterzeichneten Polizepräsident Udo Vogel und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen im Polizeipräsidium Reutlingen eine Kooperationsvereinbarung, um Demokratie und Toleranz innerhalb der Behörde zu fördern. Im Rahmen ihrer beruflichen Weiterbildung werden Polizistinnen und Polizisten künftig eine Ausstellung besuchen, die die Verstrickungen Tübingens mit dem NS-Regime aufarbeitet.
Die Zusammenarbeit ist Teil des Projekts "Strategische Partnerschaft für Demokratie und Tolerance", das 2024 landesweit in Baden-Württemberg ins Leben gerufen wurde. Bereits jetzt haben fünf "Strategische Partner" aus dem Polizeipräsidium Reutlingen eine Schulung absolviert, um das Programm zu leiten.
Ausstellung als zentraler Baustein der Aufklärung Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus". Sie thematisiert, wie lokale Anatomen mit dem NS-Regime verflochten waren, und dient als wichtiger Ort des Gedenkens an die Opfer in Tübingen. Die Initiative "Feld X" – Trägerin der Ausstellung – organisiert regelmäßig Führungen für Polizeibedienstete.
Neben den Besuchen umfasst das Projekt Gastvorträge, Exkursionen und weitere Bildungsangebote. Polizepräsident Udo Vogel betonte die Bedeutung solcher Orte für die politische Bildung: "Sie mahnen uns eindringlich, welche Folgen es hat, wenn der Rechtsstaat ausgehebelt wird." Professorin Schön Hagen dankte der Polizei für ihr Engagement, das sicherstellt, dass die Ausstellung über die ursprünglich geplante Laufzeit hinaus fortgeführt wird.
Nachhaltige Wertevermittlung in der Polizeiausbildung Die Partnerschaft sieht langfristige Weiterbildungsmaßnahmen für Beamtinnen und Beamte vor – durch Ausstellungsbesuche, Vorträge und Exkursionen. Ziel ist es, Demokratieverständnis, Toleranz und interkulturelles Bewusstsein in der Polizei zu verankern. Die vereinbarte Zusammenarbeit markiert einen strukturierten Schritt, diese Werte systematisch in die Ausbildung zu integrieren.






