Verkehrsminister lehnen Zweipersonen-Pflicht in Zügen ab – trotz Gewalt gegen Bahnmitarbeiter
Gunda JopichVerkehrsminister lehnen Zweipersonen-Pflicht in Zügen ab – trotz Gewalt gegen Bahnmitarbeiter
Deutsche Verkehrsminister lehnen Pflicht zu Zweipersonen-Besatzungen in Zügen ab
Die Verkehrsminister der Länder haben Forderungen nach einer verpflichtenden Zweipersonen-Besetzung in Zügen zurückgewiesen. Die Entscheidung fiel während der Verkehrsministerkonferenz in Lindau am 25. und 26. März 2026. Unterdessen hat die Deutsche Bahn neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um Mitarbeiter vor zunehmender Gewalt zu schützen.
Sämtliche 16 Bundesländer stimmten gegen eine bundesweite Regelung, die vorschreibt, dass Zugbegleiter stets zu zweit unterwegs sein müssen. Der Beschluss folgt auf einen tödlichen Angriff auf einen Schaffner, der die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) dazu veranlasst hatte, strengere Sicherheitsvorkehrungen zu fordern. EVG-Chef Martin Burkert warnte, dass die Gewalt gegen Beschäftigte im Kundenkontakt weiter zunehme.
Die Deutsche Bahn reagierte mit der Einführung von Körperkameras für Servicekräfte und einer Überarbeitung der Ausweiskontrollen. Die Verkehrsministerkonferenz begrüßte diese Schritte, lehnte verbindliche Personalvorgaben jedoch ab. Stattdessen unterstützten sie ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die neuen Sicherheitsmaßnahmen bis Ende April zu prüfen. Zudem laufen Gespräche über eine verbesserte Videoüberwachung an Bahnhöfen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.
Die Ablehnung der Zweipersonen-Regelung macht die bestehenden Sicherheitsaufrüstungen der Deutschen Bahn zur Hauptantwort auf die Bedenken hinsichtlich der Mitarbeitersicherheit. Die Unterstützung der Minister für Waffenverbote und Bahnhofsüberwachung zeigt den Fokus auf alternative Lösungen. Eine offizielle Bewertung der Wirksamkeit der Maßnahmen wird in den kommenden Wochen erwartet.






