Wie Elternzeit und Teilzeit die Rente um tausende Euro mindern können
Madlen ScholzWie Elternzeit und Teilzeit die Rente um tausende Euro mindern können
Auszeiten vom Beruf können die spätere Rente um hunderte – oder sogar tausende – Euro schmälern. Schon ein einjähriger Verdienstausfall bei einem Monatsgehalt von 3.000 Euro führt zu einer monatlichen Rentenkürzung von etwa 30 Euro. Über Jahrzehnte im Ruhestand summieren sich diese Einbußen zu beträchtlichen Beträgen.
Besonders betroffen sind Eltern und Beschäftigte in unbezahltem Urlaub, wenn sie keine Anrechnungszeiten beantragen oder ihre Arbeitszeit nicht anpassen. Das deutsche Rentensystem sieht pro Kind bis zu drei Jahre Kindererziehungszeit vor, wobei jedes Jahr als ein Rentpunkt gewertet wird. Aktuell entspricht ein Punkt 40,79 Euro monatlich, ab Juli 2026 steigt der Wert auf 42,52 Euro. Eltern mit vor 1992 geborenen Kindern könnten bis zu 101,98 Euro extra im Monat erhalten – basierend auf 2,5 Punkten (30 Monate). Doch Achtung: Diese Anrechnungen müssen aktiv beantragt werden, sie werden nicht automatisch gutgeschrieben.
Auch eine Reduzierung der Arbeitszeit nach der Elternzeit mindert die Rentenansprüche. Wer etwa von 40 auf 30 Wochenstunden wechselt, verliert jährlich rund 25 Prozent der Rentpunkte. Unbezahlter Urlaub verschärft das Problem: Nach vier Wochen zahlen Arbeitgeber keine Sozialversicherungsbeiträge mehr – was die spätere Rente direkt schmälert. Ein zweijähriger Verdienstausfall bei einem 3.000-Euro-Gehalt führt beispielsweise zu einem monatlichen Minus von 60 Euro.
Gegensteuern ist möglich: Freiwillige Rentennachzahlungen oder ein Arbeitszeitkonto können die Lücken schließen. Ohne solche Maßnahmen wachsen die finanziellen Einbußen über die Jahre – aus kleinen monatlichen Kürzungen werden so erhebliche langfristige Verluste.
Die Folgen von Berufspausen oder Teilzeitarbeit addieren sich über die Jahre und kosten Rentner tausende Euro. Wer Kindererziehungszeiten beantragt und freiwillige Beiträge einplant, kann die Schäden begrenzen. Doch ohne Gegenmaßnahmen führen selbst geringe Arbeitszeitreduzierungen oder unbezahlter Urlaub zu dauerhaft niedrigeren Einkünften im Alter.






