Wirtschaftsexperte warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert EU-Notfallplan
Madlen ScholzWirtschaftsexperte warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert EU-Notfallplan
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, Achim Truger, warnt, dass der anhaltende Golfkonflikt in Europa einen schweren Preisschock auslösen könnte. Er fordert nun eine abgestimmte makroökonomische Reaktion, um zu verhindern, dass sich die Krise zu einem weltweiten Wirtschaftsabschwung zuspitzt.
Trugers Vorschläge umfassen eine Mischung aus fiskalpolitischen Maßnahmen, Preiskontrollen und EU-weiter Unterstützung, um gefährdete Volkswirtschaften vor den Folgen zu schützen. Der Ökonom drängt zu sofortigem Handeln, um den Inflationsschub zu stoppen, bevor er sich zu einer Lohn-Preis-Spirale entwickelt. Sein Plan setzt auf eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen und Sozialpartnern, um die Preise zu stabilisieren und Haushalte zu entlasten.
Zu den zentralen Maßnahmen gehört die Wiedereinführung von Preisbremsen für grundlegende Güter wie Gas, Öl und Strom. Zudem schlägt Truger strenge Preisobergrenzen vor, um übermäßige Preisanstiege entlang der Lieferketten zu verhindern. Um die finanzielle Belastung zu verringern, empfiehlt er einen temporären Inflationsausgleichsbonus, der steuer- und sozialabgabenfrei ausgezahlt werden soll.
In der Finanzpolitik plädiert er dafür, die deutsche Schuldenbremse vorübergehend auszusetzen und die Notfallklausel zu aktivieren. Dadurch könnten gezielte Hilfsmaßnahmen umgesetzt werden, ohne die langfristige Staatsverschuldung zu verschärfen. Für EU-Mitgliedstaaten mit schwächeren Haushalten regt Truger die Schaffung von Unterstützungsmechanismen an, ähnlich dem NextGenerationEU-Aufbaufonds, der während der COVID-19-Pandemie durch gemeinsame Kreditaufnahme und koordinierte Maßnahmen half.
Sein umfassender Vorschlag sieht ein wirtschaftspolitisches Gesamtpaket vor, um den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) zu verringern. Ohne solche Schritte, so Truger, könnte die EZB zu unnötigen Zinserhöhungen gezwungen sein – mit dem Risiko weiterer wirtschaftlicher Verwerfungen.
Trugers Warnungen unterstreichen die Gefahr einer neuen globalen Krise, falls Inflation und Angebotsengpässe ungebremst bleiben. Seine Maßnahmen zielen darauf ab, die Preise zu stabilisieren, angeschlagene Volkswirtschaften zu stützen und einen tieferen Abschwung zu verhindern. Der Erfolg dieser Pläne hängt jedoch von einer schnellen Abstimmung zwischen den EU-Regierungen und Finanzinstitutionen ab.






