"Worüber Juden sprechen": Ein Buch zeigt jüdisches Leben jenseits der Klischees
Gebhard auch Schlauchin"Worüber Juden sprechen": Ein Buch zeigt jüdisches Leben jenseits der Klischees
Ein neues Buch bietet einen seltenen Einblick in den Alltag jüdischer Menschen in Deutschland. "Worüber Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" versammelt acht Stimmen in offenen Diskussionen über ihre Erfahrungen. Die Autoren Joshua Schultheis und Mascha Malburg wollen damit die eingeschränkte Wahrnehmung jüdischen Lebens in der öffentlichen Debatte hinterfragen.
Jüdinnen und Juden in Deutschland sind in den Medien oft nur in Momenten der Erinnerung oder politischen Konflikte präsent. Sie rücken vor allem dann in den Fokus, wenn das Land an NS-Verbrechen erinnert oder wenn sich die Spannungen im Nahen Osten zuspitzen. Dieser enge Blickwinkel verzerre die tatsächliche Vielfalt jüdischer Erfahrungen, argumentieren die Autoren.
Das Buch präsentiert zehn Dialoge mit acht Personen unterschiedlicher Herkunft. Ihre Gespräche umfassen persönliche Geschichten, kulturelle Identität und alltägliche Herausforderungen. Ziel ist es, jüdischen Stimmen selbst Gehör zu verschaffen – statt sie durch äußere Perspektiven zu filtern.
Joshua Schultheis, politischer Redakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", schrieb das Buch gemeinsam mit Mascha Malburg, die Politikwissenschaft und Soziologie mit Schwerpunkt auf den Theorien Hannah Arendts studierte. Gemeinsam trugen sie Gespräche zusammen, die die Komplexität jüdischen Lebens jenseits von Klischees zeigen.
Erschienen im Hentrich & Hentrich Verlag, wird das Buch in einer Online-Veranstaltung diskutiert. Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts, übernimmt die Moderation.
Das Projekt ermöglicht einen direkten Zugang zu jüdischen Perspektiven, die im öffentlichen Diskurs selten zu hören sind. Indem es ihre eigenen Worte in den Mittelpunkt stellt, geht das Buch über die üblichen Erzählungen hinaus, die sich auf Geschichte oder Konflikte beschränken. Es lädt Leser:innen ein, das jüdische Leben in Deutschland so kennenzulernen, wie es heute gelebt wird.






