Bundesregierung bremst barrierefreie Organspende-Registrierung trotz Rekordnachfrage

Gebhard auch Schlauchin
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Ein blaues Plakat mit der Aufschrift "Gesetz zur Gesundheitsreform: 14,5 Millionen Menschen haben sich für den Schutz angemeldet" und verwandten Bildern.Gebhard auch Schlauchin

Patientenaktivisten kritisieren den Rückzug der Bundesregierung bei der Regulierung des Organspenderegisters - Bundesregierung bremst barrierefreie Organspende-Registrierung trotz Rekordnachfrage

Organ Spenderregister: Hohe Nachfrage, aber Rückschritte bei der Barrierefreiheit

Seit dem Start im März 2024 verzeichnet das deutsche Organ Spenderregister großes öffentliches Interesse – bereits eine halbe Million Menschen haben sich eingetragen. Doch trotz dieser starken Resonanz plant die Bundesregierung nun, eine zentrale Vorgabe für leicht zugängliche Registrierungsmöglichkeiten abzuschaffen. Der Schritt stößt bei Patientenvertretern und Gesundheitsexperten auf scharfe Kritik.

Das aktuelle System geht auf einen Beschluss des Bundestags aus dem Jahr 2020 zurück, der ein zentrales Organ Spenderregister schuf. Damals lehnte das Parlament zwar ein Widerspruchsmodell ab, stimmte aber für eine Datenbank, in der Bürger ihre Spendenbereitschaft dokumentieren können. Bereits 2017 hatte eine Resolution zudem vorgesehen, Registrierungen in Bürgerämtern zu ermöglichen – doch die Länder blockierten die Umsetzung.

Seither stockt der Fortschritt: Keines der 16 Bundesländer hat bis heute datenschutzkonforme, öffentlich zugängliche Terminals in Bürgerbüros eingerichtet. Die Untätigkeit führt dazu, dass nur wenige Kommunen barrierefreie Anmeldewege anbieten. Nun will die Regierung die gesetzliche Verpflichtung für Behörden, solche Optionen bereitzustellen, komplett streichen.

Die Gesundheitsminister der Länder hatten die Bundesregierung zuvor aufgefordert, den 2017 gefassten Beschluss zur Registrierung in Ausweisstellen rückgängig zu machen – mit Erfolg. Die Pflicht entfällt künftig. Gleichzeitig legalisiert dieselbe Novelle des Transplantationsgesetzes erstmals den gekreuzten Organaustausch zwischen Spenderpaaren.

Kritiker werfen der Regierung vor, die Organspende-Bemühungen zu untergraben. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, betont, ein Staat, der Spenden fördere, verliere an Glaubwürdigkeit, wenn er den Zugang erschwere. Patientenvertreter verurteilen den Rückzieher ebenfalls und warnen vor weiteren Hürden für viele Bürger.

Mit der Streichung der gesetzlichen Vorgabe für Registrierungsterminals – und ohne dass ein einziges Bundesland die 2020 beschlossene Pflicht umgesetzt hat – wird die Zahl öffentlicher Anlaufstellen voraussichtlich niedrig bleiben. Zwar führt die Novelle den gekreuzten Organaustausch ein, doch die Konzentration auf den Abbau von Registrierungsmöglichkeiten weckt Sorren um die künftigen Spenderzahlen.

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